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Digitalisierung: Der Sargnagel der Augenoptik?

31.10.2018

blog

DIE DIGITALISIERUNG

MACHT DIE AUGENOPTIK

KAPUTT!

Haben Sie neulich den Münchner Tatort gesehen? Mit Maria, der künstlichen Intelligenz, die einen scheinbar besser kennt, als die engste Familie? Die Menschen in den Tod treibt, obwohl Sie doch eigentlich nur das Beste für uns will? Nun ja, in Sachen dramaturgischer Qualität war der Krimi sicher streitbar. Eines wird jedoch deutlich: Wenn ein Traditions-Format wie der Tatort sich solch einem Thema annimmt, nicken selbst eingefleischte Fortschrittsverweigerer anerkennend. Die ominöse „Digitalisierung“ steigt vom Nerd-Nischenthema zur Generationenfrage auf. Grund genug, sich einmal näher mit den Auswirkungen der Digitalisierung in unserer Branche, der Augenoptik, zu befassen.

Es geht um die Suche nach den Antworten auf die Fragen aller Fragen, die viele Kolleginnen und Kollegen zusehends beschäftigt: Wo ist meine Rolle in der Digitalisierung? Spiele ich da überhaupt (noch) eine Rolle? Und macht die Digitalisierung nicht unsere Branche kaputt? Fragen über Fragen …

Ich will es kurz machen: Die Antwort darauf kenne ich nicht und die einzige, richtige Antwort auf jede dieser Frage wird es auch nicht geben. Aber versuchen wir es doch einmal:

Was heißt eigentlich Digitalisierung?

Viele verstehen darunter mehr oder weniger einen klassischen Prozess ins Internet zu bugsieren. Also zum Beispiel Brillen online zu verkaufen. Aber das meint Digitalisierung im Kern eigentlich nicht. Nicht einmal die führenden Experten kennen eine einheitliche Definition. In der Praxis ist damit aber das Aufbrechen alter Regeln und die Schaffung neuer Unternehmensmodelle gemeint. Also z.B. das Buchen von Flügen über das Internet (versus Reisebüro), aber auch die mehr oder weniger uneingeschränkte Kommunikation (Brief / E-Mail / Messenger) oder das Vergleichen von Leistungen in Echtzeit (Stromvergleich). Man könnte noch viele Beispiele dafür nennen. Alle haben dabei eines gemeinsam: Sie wollen das Leben erleichtern, schneller, transparenter und uneingeschränkter machen. Mit allen Vor- und Nachteilen, die damit verbunden sind.

Was heißt dann Digitalisierung für die Augenoptik?

Auf diese Fragen werden die meisten Kolleginnen und Kollegen wahrscheinlich einen der großen Online-Brillenhändler nennen. Das ist auch soweit richtig, denn genauso wie jeder heute zu jederzeit eine Reise online buchen kann, so kann man sich dazu auch gleich die passende Sonnenbrille bestellen und per PayPal digital bezahlen. Aber das ist nur ein ganz kleiner Bruchteil der Digitalisierung. Aber ein Bruchteil, den die meisten klassischen Augenoptiker vielleicht nicht ganz so prickelnd finden.

Anders sieht es beim nächsten Beispiel aus: Nehmen Sie die Bestellung der Brillengläser per DFÜ. Ja, auch das ist Digitalisierung. Wenn auch eine ganz einfache. Wahrscheinlich ist die DFÜ-Bestellung auch schon viel älter als der Begriff der Digitalisierung. Fakt ist, zur Zeit der Einführung der DFÜ-Bestellung vor mehr als 20 Jahren waren wir Augenoptiker ganz, ganz weit vorne. Zu der Zeit haben die meisten Lebensmittel-Händler noch per Fax bestellt. Ja, auch das ist Digitalisierung. Und das finden auf einmal alle gut!

Und damit es noch plakativer wird, hier noch zwei Beispiele: Brillen aus dem 3D-Drucker, individuell angepasst auf die Trägerin oder den Träger. Oder auch die Netzhautanalyse per Telemedizin. Das alles ist Digitalisierung. Und ich bin der festen Überzeugung, dass das erst ein Bruchteil dessen ist, was noch auf uns alle zukommen wird!

Ist die Digitalisierung jetzt gut oder schlecht?

Ich würde sagen: Sie ist gut für die Branche! Sie hat die Branche bereits verändert und sie wird das in den kommenden Jahren in immer schnellerem Tempo auch weiter tun. Ist das jetzt Wohl oder Übel? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Fakt ist aber: Egal wie Ihre persönliche Antwort ausfällt, die Digitalisierung geht weiter. Jeden Tag ein bisschen. Und ich bin der festen Überzeugung: Jetzt einen „auf Schildkröte zu machen“ und den Kopf ganz tief in den eigenen Panzer zurückzuziehen, ist die schlechteste Option. Mit der Digitalisierung ist es dann doch so ein bisschen wie mit dem Rhein. Er hat guten Seite: Er transportiert Waren sehr günstig, erzeugt Strom und ist gleichzeitig Lebensader und Identitätsstifter ganzer Regionen. Was wäre beispielsweise Köln ohne den Rhein? Der Rhein ist aber auch Fluch: Spätestens im Frühjahr wird er an manchen Orten vorübergehend keine großen Fans haben, wenn er mit seiner unglaublichen Kraft beinahe unaufhaltsam ganze Ortschaften überflutet, tausende Existenzen und Abermillionen Euro vernichtet. Also alles eine Frage des Blickwinkels?

Jetzt sind wir aber noch keinen Schritt weiter:
Was kommt da die kommenden Jahre auf uns Augenoptiker zu?

Ich denke die Reise wird sich nicht in Richtung 127. Onlineshop für Brillen bewegen. Denn auch den 128. Onlineshop, der dem Endkunden keinen echten Mehrwert bietet, wird nicht lange auf dem Markt bestehen. Ich kenne die Antwort nicht, aber es gibt viele Anwendungen, die ich mir vorstellen kann:

Es gibt noch viele Beispiele, die man aus anderen Branchen auf unsere Branche übertragen kann. Eines haben alle diese Beispiele gemeinsam: Sie funktionieren nur, wenn wir uns als Summe aller Augenoptiker vernetzen und offen für Veränderungen sind. Im Januar auf der OPTI in München wird es wieder in unzähligen Gesprächen heißen „die Branche ist so klein und jeder kennt jeden“.  Lassen Sie uns aus diesem echten Vorteil etwas ganz Großes machen. Nicht heute und auch nicht morgen. Aber lassen Sie uns am gemeinsamen Übermorgen arbeiten.

Ich bin der festen Überzeugung: Die Individualität der Augenoptiker wird auf Dauer nur dann erhalten bleiben, wenn wir insgesamt enger zusammenarbeiten. Und mit enger meine ich nicht nur ein zufälliges Treffen und ein freundliches, aber vielleicht nicht ganz ernst gemeintes Lächeln in einer der vielen Messehallen, sondern vielmehr das aktive und kooperative Netzwerken. Was die Branche braucht, ist mehr Verbindlichkeit und Offenheit unter den Kollegen und nicht noch mehr Kolleginnen und Kollegen, die dem Gegenüber „nicht die Butter auf dem Brot“ gönnen. Nur gemeinsam werden wir die Regeln der Digitalisierung setzen können, die Digitalisierung gemeinsam überleben und die einzigartigen Vorteile für uns nutzen!

In diesem Sinne: Arbeiten wir gemeinsam am Butterbrot der Zukunft!

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